Themen brauchen Köpfe

Das war am Sonntag eine Klatsche, 2,1%. Unsere erste gelungene Zeitreise hat uns ins Jahr 2009 zurückgebracht – und auf den Boden der Realität. Gut, dass das am 20. Januar passiert ist und nicht am 22. September. Wir haben jetzt noch 8 Monate Zeit, ein Omen in einen Weckruf zu verwandeln.

Was für Gründe hat die NDS-Wahlklatsche? In erster Linie keine landespolitischen. Es ist offensichtlich und nur natürlich, dass die bundespolitische Außenwirkung – besonders bei kleinen Parteien – jeden Landtagswahlkampf dominiert. Trotz der großartigen Anstrengung aller Wahlkämpfer, denen ich hiermit herzlich danke, war auf diesem Weg einfach nicht mehr drin. Unser Problem ist auch nicht (mehr) unser Programm – sondern dessen Präsentation und Repräsentation in der Öffentlichkeit.

Wir können noch so viel blanken Text beschließen und auf Papier drucken, wir können uns auf einzigartige und zukunftsweisende Programmpositionen einigen – ohne die Außenwelt, ohne die Öffentlichkeit, ohne die Wähler ist all das nichts. Menschen wählen Menschen, keine Texte.
Damit die Menschen unserer Partei wieder ihr Vertrauen schenken, müssen sie Zutrauen gewinnen. Wir brauchen Köpfe, die Themen transportieren, wir brauchen Gesichter, die Verantwortung für unsere programmatische Versprechen übernehmen. Papier hat keine Seele, Themen brauchen Köpfe.

Der Hype des letzten Jahres war nur durch die großartige Öffentlichkeitsarbeit einzelner Köpfe möglich, besonders durch die Eloquenz und Souveränität von Marina Weisband. Sie hat für Menschen und Medien eine Vertrauensbrücke zur Piratenpartei gebaut und deren Neugier geweckt – leider zu einem viel zu hohen Preis, denn keine Schulter allein kann solch eine Brücke auf Dauer lasten. Der neue Bundesvorstand konnte diese Vertrauensbrücke leider nicht aufrechthalten, ein Vakuum entwickelte sich und fortan standen innere Konflikte im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, ohne positives Gegengewicht. So kann es nicht weitergehen.

Unseren selbstverschuldeten Niedergang können und müssen wir nun selbst stoppen. Indem wir dem Bundesvorstand sagen, dass wir endlich Themen- sprecher wollen. Indem wir dem Bundesvorstand sagen, dass wir unsere gewählten Listenkandidaten in der Öffentlichkeit sehen wollen. Indem wir dem Bundesvorstand sagen, dass Themen nur mit Köpfen gehen – und auch Köpfe nur mit Themen!

Es gibt bei weitem genug Köpfe in all unseren Themengebieten. Bruno Gert Kramm war nur der Anfang. Traut Euch und bewerbt Euch als Sprecher – die Zeit läuft, wir haben 8 Monate Galgenfrist.

Vorschläge und Bewerbungen hier.

Liebe orange Grüße,
@Fl0range

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